Foto: Astrid Nielsch
Biographie
Julie Comparini erhielt schon in ihrer Jugend eine schauspielerische Ausbildung. Im Alter von siebzehn Jahren gab sie ihr solistisches Gesangsdebüt in G.F. Händels Judas Maccabaeus unter der Leitung von Nicholas McGegan. Zunächst absolvierte sie ein Studium der Kognitionswissenschaften an der University of California-Berkeley und sodann ein Gesangsstudium (Alte Musik) bei Ruth Riedel und Harry van der Kamp an der Hochschule für Künste Bremen.
Ihre besondere Neigung zum Musiktheater führte sie zu Gastspielen u.a. in Orpheus, oder die wunderbare Beständigkeit der Liebe bei den Donaufestwochen, Doktor und Apotheker im Schloss Rheinsberg und The Indian Queen an der Long Beach Opera (USA). Als Sängerin, Schauspielerin und Tänzerin trat sie in verschiedenen szenischen und halbszenischen Produktionen auf, u.a. in Weihnachtsoratorium revisited im Festspielhaus St. Pölten, Die Gelbe Tapete in der theaterbar berlin, King Arthur bei der Ruhrtriennale und im Festspielhaus Baden-Baden, Il Caffè d’Amore bei den Tagen Alter Musik Regensburg und Jedermann tanzt am Staatstheater Oldenburg.
Sie ist Gründungsmitglied des belgischen Ensembles Sospiri Ardenti, für welches sie spartenübergreifende Projekte kreiert, die Musik, Theater, Tanz und Literatur verbinden. So entstand Liefde en Magie bij Shakespeare, das Musik aus Twelfth Night und The Tempest in szenischem Kontext präsentiert; Métamorphoses, vier inszenierte Erzählungen von Ovid, verbunden durch franzözische airs de cour und neukomponierte Instrumentalmusik; sowie Die Nachtigall, eine Pasticcio-Oper für Kinder mit Musik von G.P. Telemann. Mit diesen Programmen trat sie mit dem Ensemble im Palais des Beaux-Arts in Brüssel, an der Vlaamse Oper in Gent, beim Hessischen Rundfunk in Frankfurt sowie bei mehreren Tourneen in Flandern auf.
Als Konzert- und Ensemblesängerin war Julie Comparini bei vielen europäischen Festivals zu hören, arbeitete unter der Leitung von Thomas Hengelbrock, Gustav Leonhardt und Marc Minkowski und tritt regelmäßig mit dem Balthasar-Neumann-Chor, der Schola Heidelberg und dem Ensemble Weser-Renaissance auf. Im Rahmen des Projekts Laudate Cantate der Kirche Unser Lieben Frauen in Bremen hat sie mehr als 50 Kirchenkantaten von J.S. Bach gesungen und ist eine gern gesehene Oratoriensolistin in Norddeutschland.
Im Rahmen ihrer akademischen Tätigkeit unterrichtete sie Gesang/Alte Musik an der Hochschule für Künste Bremen und gab Vorträge über räumliche Metaphern im musikalischen Diskurs, Erotik in der Musik der englischen Renaissance und die Herstellung spätmittelalterlicher Handschriften. Dazu gibt sie Seminare in Mensuralnotation im In- und Ausland.